
Wettbewerbsanalyse
Teil von Marktforschungsanbieter vergleichen: Kriterien für Institute und Plattformen
Marktforschungsanbieter vergleichen mit 6 Kriterien für die Auswahl
Marktforschungsanbieter vergleichen: sechs Kriterien von Methodenkompetenz bis Referenzen, Bewertungsraster und Anbieter wie GfK, YouGov und respondi.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Sechs Kriterien tragen den VergleichMethodenkompetenz, Stichprobe, Feldkontrolle, Datenschutz, Preistransparenz und Referenzen.
- GfK, YouGov und respondi lassen sich als konkrete Fälle prüfen, weil sie Methoden und Panels öffentlich beschreiben.
- Jedes Kriterium erhält eine Gewichtung und eine Note von 1 bis 5, festgelegt vor der Öffnung der Preise.
- BVM, ADM und ESOMAR liefern die Berufsregeln, an denen sich Institute messen lassen müssen.
- Eine Beispielrechnung mit 500 Interviews zeigt, welche Kostenpositionen getrennt im Angebot stehen müssen.
Sechs Kriterien mit Prüffrage und Nachweis
Die Übersicht ordnet jedem Kriterium eine Prüffrage und ein Nachweisdokument zu.
Sechs Kriterien und ihre Nachweise
Kriterium
- Methodenkompetenz
- Welche Verfahren rechnet das Institut selbst?
- Stichprobe
- Wie wird rekrutiert, quotiert und gewichtet?
- Feldkontrolle
- Wie werden Speedster erkannt?
- Datenschutz
- Sind Einwilligung und Löschfristen geklärt?
- Preistransparenz
- Sind alle Positionen einzeln ausgewiesen?
- Referenzen
- Gibt es vergleichbare Projekte?
Prüffrage
- Methodenkompetenz
- Beispielinstrument, Auswertungssoftware
- Stichprobe
- Panelbeschreibung, Nettofallzahl, Abbruchquote
- Feldkontrolle
- Feldbericht, Ausschöpfungsquote
- Datenschutz
- Auftragsverarbeitungsvertrag, Einwilligungstext
- Preistransparenz
- Angebot mit Einzelpositionen
- Referenzen
- Referenzliste, Verbandsmitgliedschaft
Nachweis im Angebot
- Methodenkompetenz
- Stichprobe
- Feldkontrolle
- Datenschutz
- Preistransparenz
- Referenzen
Notieren Sie zu jedem Kriterium, welches Dokument den Nachweis liefert. Fehlt der Nachweis, sinkt die Note, unabhängig vom Preis. Wer Unterlagen erst nach dem Preisgespräch anfordert, vergleicht Angebote auf einer unsicheren Grundlage.
Anbieter nach Methodenkompetenz und Stichprobe vergleichen
GfK, heute Teil von NIQ, beschreibt Handels-, Kauf- und Verbrauchsdaten sowie internationale Studienformate. Für Preis- und Wettbewerbsanalysen mit Handelspanels ist das eine naheliegende Adresse. Die Leistungsbeschreibung und Studienformate von GfK nennt Designs, mit denen Sie Angebote einordnen.
YouGov arbeitet mit eigenen Online-Panels und liefert Ad-hoc-Befragungen; die Produktbeschreibung der YouGov-Lösungen zeigt die buchbaren Erhebungsformen. respondi, Teil von Bilendi, betreibt ein Panel für Online-Befragungen. Die Beschreibung des respondi-Panels dokumentiert Rekrutierung und Panelaufbau.
Für Telefon- und Bevölkerungsbefragungen stehen hierzulande Häuser wie forsa, infas und das IfD Allensbach. Fragen Sie bei jedem Anbieter, welche Leistung er selbst erbringt und welche er zukauft. Conjoint-Analysen, Van-Westendorp-Tests und Trackingstudien finden Sie nicht bei allen.
Bei der Stichprobe zählen Grundgesamtheit, Rekrutierungsweg, Quotierung und Abbruchquote. Lassen Sie sich diese Angaben schriftlich geben. Ein Anbieter, der nur die Panelgröße nennt, beantwortet die entscheidende Frage nicht.
Feldkontrolle und Datenschutz prüfen
Feldkontrolle umfasst Feldzeit, Erinnerungsschreiben, Interviewlänge und Qualitätsprüfung. Lassen Sie Zwischenstände zur Ausschöpfung zeigen und fragen Sie nach Maßnahmen gegen Speedster und gleichförmige Antwortmuster. Ein Feldbericht mit Nettofallzahlen, Abbrechern und Ausschöpfungsquote gehört in den Lieferumfang.
Bei Online-Befragungen greifen DSGVO und TDDDG. Einwilligungen für Cookies und vergleichbare Techniken regelt der Gesetzestext zu Einwilligung und Cookies bei Online-Befragungen. Verlangen Sie Auftragsverarbeitungsvertrag, Löschfristen und Angaben zum Serverstandort. Wer Kontakt- und Antwortdaten in getrennten Systemen hält, senkt das Risiko einer Deanonymisierung.
Für KI-gestützte Auswertungen gilt ergänzend die Verordnung (EU) 2024/1689. Klären Sie, ob offene Antworten maschinell ausgewertet werden und wer die Ergebnisse prüft.
Preistransparenz, Beispielrechnung und Referenzen
Verlangen Sie getrennte Positionen: Rekrutierung, Incentives, Programmierung, Feldzeit, Datenprüfung, Bericht und Präsentation. Nur so erkennen Sie, welcher Anbieter beim Feld und welcher beim Bericht teurer ist.
Beispielrechnung mit angenommenen Werten: 500 Interviews mit 12 Euro Incentive je Fall ergeben 6.000 Euro netto, mit 19 Prozent Umsatzsteuer 7.140 Euro brutto. Dazu kommen Feldkosten und Bericht, die im Angebot ebenfalls einzeln stehen müssen.
Referenzen nennen Branche, Fallzahl und Feldzeit der letzten zwei Jahre. Prüfen Sie, ob das Haus Mitglied in BVM, ADM oder ESOMAR ist und den ICC/ESOMAR-Kodex anerkennt. Diese drei Verbände bündeln Regeln zu Freiwilligkeit, Anonymität und Datenqualität. Fragen Sie nach Ansprechpartnern statt nach Logos.
Bewertungsraster und Ablauf in fünf Schritten
Gewichten Sie Methodenkompetenz mit 25 Prozent, Stichprobe mit 20 Prozent, Feldkontrolle, Datenschutz und Preistransparenz mit je 15 Prozent, Referenzen mit 10 Prozent. Punkte von 1 bis 5 mal Gewichtung ergeben die Gesamtnote; bei Gleichstand entscheidet das höchstgewichtete Kriterium.
Bewertungsraster und Ablauf
- Lastenheft mit Zielgruppe, Fallzahl, Methode und Termin erstellen.
- Drei bis fünf Anbieter anschreiben und allen dieselben Fragen stellen.
- Nachweise zu Stichprobe, Feldkontrolle und Datenschutz schriftlich einfordern.
- Raster ausfüllen, bevor die Preise geöffnet werden.
- Ergebnis als Vergabevermerk dokumentieren.
Typische Fehler im Anbietervergleich
- Nur den Gesamtpreis betrachten und die Leistungen aus dem Lastenheft übergehen.
- Stichprobe und Ausschöpfung nur mündlich abfragen.
- Datenschutz erst nach der Auftragserteilung klären.
- Referenzen als Logoliste prüfen, ohne beim genannten Kunden nachzufragen.
Häufige Fragen
Wie viele Anbieter sollte man vergleichen?
Drei bis fünf Angebote genügen meist. Bei kleinen Fallzahlen reichen drei, bei komplexen Trackings lohnt ein zusätzliches Angebot.
Welche Nachweise gehören zum Datenschutz?
Auftragsverarbeitungsvertrag, Einwilligungstext, Löschkonzept und Serverstandort. Kontakt- und Antwortdaten gehören in getrennte Systeme.
Wie erkennt man schwache Stichproben?
Fehlende Angaben zu Rekrutierung, Ausschöpfung und Abbrecherquote sowie ungewöhnlich kurze Feldzeiten sind Warnzeichen.
Was kostet ein Marktforschungsprojekt?
Das hängt von Fallzahl, Zielgruppe und Methode ab. Lassen Sie Incentives, Feld und Bericht getrennt kalkulieren, damit Angebote vergleichbar bleiben.
Warum sind BVM, ADM und ESOMAR wichtig?
Sie bündeln Berufsregeln zu Freiwilligkeit, Anonymität und Datenqualität. Mitgliedschaften lassen sich vor der Vergabe prüfen.



